Für den Strukturprozess 2025 musste u.a. eine Analyse der ehrenamtlichen Arbeit in unserer Kirchengemeinde erstellt werden. Diese stellen wir hiermit für Interessierte zur Verfügung:

 

Bericht der Kirchengemeinde Krombach 2015

 

Ehrenamtliche Arbeit in der Kirchengemeinde

 
 
Die Hauptvorlage der EKvW für das Jahr 1997 stand unter dem Motto: „Ohne uns sieht eure Kirche alt aus“ und bezog sich damals auf die Kinder und Jugendlichen innerhalb der Kirche. Das Motto von 1997  hat bis heute seine Gültigkeit behalten, müsste aber für das Jahr 2014/15 sinnvollerweise ergänz werden: „Ohne uns, die Ehrenamtlichen, sieht Eure Kirche ganz schön alt aus“. Denn die Arbeitsverdichtung für die hauptamtlichen Kräfte hat in den letzten Jahren derart zugenommen, dass eine gedeihliche Arbeit innerhalb der Gemeinde ohne das verstärkte Engagement der Ehrenamtlichen gar nicht mehr zu bewältigen ist.
 
Da die Kirchengemeinde Krombach in zwei Bezirke mit jeweils zwei Predigtstätten bzw. Ortsteilen aufgegliedert ist, und die Verbundenheit der Gemeindeglieder mit ihrem jeweiligen Ort bis zum heutigen Tag sehr stark ausgeprägt ist, findet die überwiegende Arbeit der Ehrenamtlichen in den Kreisen und Gruppen der jeweiligen Ortsgemeinden statt.
 
Zwischen den Gemeindegliederzahlen insgesamt und den in der Kirchengemeinde „präsenten“ Gemeindegliedern ist eine starke Diskrepanz festzustellen. Der ältere Teil der Gemeindeglieder überwiegt bei weitem; die mittlere Generation fehlt fast vollständig. Erfreulich hingegen ist in den letzten Jahren der Anteil der Kinder und Jugendlichen. Ein hoher Prozentsatz der Konfirmierten bleibt in den darauf folgenden Jahren der Kirchengemeinde und ihren Kreisen verbunden.
 
Diese auffällige Altersstruktur schlägt sich natürlich auch in der Arbeit der Ehrenamtlichen nieder und wirft entsprechende Probleme auf. So beträgt z. B. das Durchschnittsalter der Bezirksfrauen in Littfeld 74,5 Jahre. Wegen des Fehlens der mittleren Generation wird es im Bereich der Bezirksfrauen aber auch im Bereich der Frauenhilfe zu gravierenden Problemen kommen, sodass in den nächsten Jahren nicht unbedingt davon ausgegangen werden kann, dass diese beiden Säulen der notwendigen ehrenamtlichen Frauenarbeit in den einzelnen Bezirken gewährleistet werden kann. 
 
Die Überalterungsproblematik stellt sich in gleicher Weise für den Abendkreis der Frauen in Littfeld und für den bezirksübergreifenden Männerkreis, die ebenfalls beide ehrenamtlich geleitet werden und monatlich regelmäßige Veranstaltungen anbieten.
 
Insgesamt kann festgestellt werden, dass einzelne Gemeindeglieder durchaus zu ehrenamtlichem Einsatz motiviert werden können. Dies bezieht sich allerdings in der Regel auf ein zeitlich überschaubares und begrenztes Engagement. 
Beispiele hierfür sind die Gemeindefreizeiten in Nordhelle, die sowohl in Eichen als auch in Krombach regelmäßig angeboten werden. Diese werden erfreulicherweise auch generationenübergreifend genutzt und in einem gemeinsamen Gottesdienst zum Abschluss gebracht. Bei diesen Wochenendfreizeiten bringen sich zahlreiche Jugendliche und Erwachsene unterschiedlichen Alters ehrenamtlich in die Arbeit ein. Doch leider bleibt das gemeinsame Engagement häufig auf dieses einzelne Ereignis beschränkt und der positive Effekt der Freizeit vergeht relativ schnell wieder.
 
Dies gilt in gleicher Weise für die von der Kirchengemeinde angebotenen Freizeiten, in denen die Pfarrer eine starke Unterstützung durch die Ehrenamtlichen erfahren. Ohne die Planung und Vorbereitung durch ihren Einsatz wäre z.B. die Skifreizeit gar nicht denkbar. Dies fängt bei der Gesamtplanung an, schließt die Verpflegungsplanung, Küchenplanung, die Arbeit des Küchenteams vor Ort, das Ausrichten des Skirennens, die Kinderbetreuung und das Einrichten von Skikursen durch Ehrenamtliche mit ein. An den zweitägig angebotenen Abendgottesdiensten nehmen in der Regel alle Teilnehmer von jung bis alt teil.
 Dies gilt in gleicher Weise für die regelmäßig in den Sommerferien angebotenen Freizeiten in Kroatien bzw. im Schweizer Saastal. Aber auch hier gilt: schade, dass von dem positiven Erleben einer aktiven Gemeinschaft im religiösen Alltag recht wenig hängen bleibt.
 
Die in den Sommerferien regelmäßig angebotenen mehrtägigen Radwanderungen sind von den Jugendlichen gern angenommen worden. Da die Leitung  aber an einer ehrenamtlich tätigen Person hing - dem Leiter des Jugendtreffs Eichen-, und dieser aus Altersgründen seine Arbeit nun eingestellt hat, ist nicht sicher, ob dieses Angebot in Zukunft weiter Bestand haben wird. Der Jugendtreff selbst konnte allerdings erfreulicherweise in jüngere Hände übergeben werden.
Die im Spätsommer regelmäßig stattfindende Seniorenfreizeit wird dankenswerterweise weiterhin von Pfarrer i.R. Stockhecke und seiner Gattin mit ehrenamtlicher Beteiligung ausgerichtet.
 
Dennoch, mit einer verbindlichen langfristigen ehrenamtlichen Tätigkeit tun sich die meisten Gemeindeglieder schwer und scheuen die regelmäßige Verantwortung und den verbindlichen Charakter der Verpflichtung über einen längeren Zeitraum.
 
Die Jugendarbeit in Littfeld hat einen erfreulichen Aufschwung erfahren. Sie ist bezirksübergreifend und findet regelmäßig einmal monatlich statt. Gelegentliche zusätzliche Wochenendevents ergänzen das positive Angebot. Doch auch hier zeigt sich die Problematik, die sich aus der Altersstruktur der Ehrenamtlichen ergibt. Die Gruppe der Knubbies ist mittlerweile auf ca. 40 Kinder und Jugendliche angewachsen, sodass sie wegen der Stärke und wegen der Altersstruktur geteilt werden musste. Die Arbeit liegt aber weiterhin auf den Schultern von wenigen Ehrenamtlichen, die wegen der Belastung – es sind nun zwei Gruppen zu betreuen- und wegen des eigenen Alters dringend Verstärkung durch junge Erwachsene benötigten. Doch diese gibt es nicht. 
 
Die ehemaligen KonfirmandInnen, welche sich erfreulicherweise in der Jugendarbeit  aber auch auf den Konfi-Freizeiten positiv mit ihrer Hilfe einbringen, sind noch nicht genügend geschult und auch noch zu jung, um eigenständig eine Gruppe übernehmen zu können. Hier müsste schnell eine Übergangslösung her, damit die Kinder und Jugendlichen in den nächsten Jahren „bei der Stange bleiben“. Eine überregional arbeitende Jugendreferentin ist zwar begrüßenswert, es fehlt aber an konkreter Mitarbeit und Hilfe vor Ort.
 
Der Eindruck, welcher durch das wiederholte Anschneiden der Probleme, die durch die Altersstruktur der Kirchengemeinde und ihrer aktiven Mitarbeiter entstehen, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es insgesamt immer noch ein erfreuliches  Engagement bei der ehrenamtlichen Arbeit gibt.
 
Die folgenden Beispiele mögen hierfür einen deutlichen Nachweis erbringen.
-Bezirksübergreifend wird jährlich zusammen mit den katholischen Frauen der Weltgebetstag ausgerichtet.
-Regelmäßig werden in den Gemeindezentren Basare für einen guten Zweck organisiert.
-Das Seniorenfrühstück wird monatlich in den Bezirken ausgerichtet und ehrenamtlich mit Beiträgen der unterschiedlichen Art gestaltet.
-Die Familiengottesdienste werden regelmäßig mit sich anschließendem Mittagessen angeboten.
-Der Heiligabendgottesdienst wird von Ehrenamtlichen mit Kindern und Jugendlichen gestaltet.
-Nach dem Familiengottesdienst wird ein Verkauf von Fair-Trade-Produkten eingerichtet.
-Kindergottesdienst wird z.Zt. in Eichen angeboten.
-Einmal monatlich findet in Eichen das Abendgebet statt.
-Die Abendkreise der Frauen tagen regelmäßig in Littfeld und Krombach.
-In Eichen gibt es neben der Jungschar „die Krümmels“ den Besuchsdienstkreis, den Frauentreff ab  60, den Gesprächskreis Bibel, den Hauskreis und das ehrenamtlich geführte Kirch-Cafe´.
-Mitarbeiterkreise gibt es in Eichen und Krombach.
-In Krombach gibt es das „Mittendrin“ für 40-60-Jährige, das Plaudercafe´“ Riewekooche“, den Tanzkreis und die Jugendgruppe „Casino Blue“.
-Nach der Entlassung des Krombacher Küsters werden die anfallenden Arbeiten um Kirche und Lutherhaus ehrenamtlich getragen. Dass diese Lösung  nur für eine Übergangszeit möglich ist, dürfte einleuchten.
-Die Kirchengemeinde Krombach hat die Stiftung „Fachwerk“ eingerichtet, deren Vorstand ehrenamtlich geleitet wird.
-Außerhalb der Kirchengemeinde engagieren sich mehrere Gemeindeglieder ehrenamtlich bei den „Kreuztaler Heinzelwerkern“ (Angebot unentgeltlicher kleinerer Reparaturen im Haushalt  und Fahrdienste für SeniorInnen).
-Darüber hinaus sind mehrere Gemeindeglieder als Lernpaten für Kinder mit Migrationshintergrund in den Kreuztaler Grundschulen und in der Hauptschule Eichen aktiv.
 
Unterschätzt werden soll auch nicht das ehrenamtliche Engagement des Presbyteriums, dessen Arbeit durch die Überlegungen und Anforderungen, welche durch den Gestaltungsprozess EVKKSI2025 erwachsen, umfangreich und auch belastend werden wird.
 
Die Arbeiten im Bau- und Finanzausschuss und insbesonders die Arbeit des Finanzkirchmeisters sind ehrenamtlich neben dem eigenen Beruf  kaum zu bewältigen.
 
Trotz dieses insgesamt doch erfreulichen Engagements innerhalb und außerhalb der Kirchengemeinde Krombach  bleiben folgende Aufgaben dringlich bestehen:
 
-Wie schaffen wir es, die mittlere Generation an die Kirche zu binden, bzw. sie zur Kirche zurückzuführen?
 
-Wie schaffen wir es Personen der mittleren Generation zu ehrenamtlichem Dienst zu motivieren?
 
Die Ausbildung einer Kultur der Wertschätzung des Ehrenamtes muss geschaffen und -wo schon vorhanden -verstärkt ausgeprägt werden. Dies gilt gerade auch für das Engagement Heranwachsender und Jugendlicher, um diese „bei der Stange zu halten“.
 
Die Arbeit an und mit Kindern und Jugendlichen bedarf dringend der hauptamtlichen Unterstützung vor Ort.
 
 
 
R.Götzky