Situationsbericht aus dem Presbyterium

 

Die finanzielle Situation der meisten Kirchengemeinden in Deutschland, aber auch in unserem Kirchenkreis, erscheint zunehmend angespannt. Momentan befindet sich die Zuweisung der Kirchensteuer noch in einer „stabilen Seitwärtsbewegung“. Es ist jedoch mit Sicherheit davon auszugehen, dass die Personal- und Sachkosten in den nächsten Jahren steigen und die Einnahmen aus der Kirchensteuer sinken werden.

Hinzu kommt, dass die evangelische Kirche in Westfalen mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen hat. Ältere Gemeindemitglieder sterben, zahlreiche jüngere Gemeindeglieder treten aus.

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Entwicklung des Kirchensteueraufkommens, die Entwicklung der Sach- und Personalkosten zusammen mit der sich abzeichnenden Situation bei den Pfarrstellen für einen Handlungsbedarf bei der Landeskirche und somit auch bei den einzelnen Kirchenkreisen und Gemeinden gesorgt hat. Aus dieser Perspektive erscheint die Notwendigkeit eines Gestaltungsprozesses für die nächsten Jahre gegeben.  Diesen Gestaltungsprozess hat der Kirchenkreis Siegen mit der Synode am 26. 06. 2013 eingeleitet und, verbunden mit einem Zeitplan, in die einzelnen Kirchengemeinden des Kirchenkreises gegeben. Somit ist auch für unsere Kirchengemeinde die Situation bis zum Jahre 2025 zu bedenken und Konsequenzen sind aus dieser Entwicklung zu ziehen.

 

Sinkende Gemeindeglieder

Sinkende Gemeindegliederzahlen bedeuten weniger Einnahmen und somit weniger Geld in den Kassen der Gemeinde. Daraus ergibt sich, dass weniger Geld für Personalkosten und weniger Geld für die Gebäude zur Verfügung steht und nicht zuletzt auch die Angebote in der Gemeinde reduziert werden müssen.

 

Pfarrstellensituation

Mit der Pensionierung von Pfr. Stockhecke hat die Reduzierung der Pfarrstellen in unserer Gemeinde schon begonnen. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen, da die Gemeindegliederzahl 2021 voraussichtlich schon so reduziert sein wird, dass uns zu diesem Zeitpunkt nur noch höchstens1,5 Pfarrstellen zur Verfügung stehen können.

 

Gebäudesituation

Da ein unmittelbarer Zusammenhang zu der sinkenden Gemeindegliederzahl und der Gebäudesituation in der Gemeinde besteht, hat sich das Presbyterium entschieden, eine externe Beratung zu holen, damit eine objektive und zielgerichtete Planung erfolgen kann.

Diese fundierte Analyse hat aufgezeigt, dass schon heute ein Überhang an Gebäudefläche von 

530 qm bzw. 36 % der vorhandenen Flächen besteht.

 

Der Überhang an Gebäudefläche wird sich in den nächsten Jahren noch wesentlich verstärken, so dass die Aufwendungen für die Gebäude (Instandhaltungen, Betriebskosten, Rücklagen) so viel Geld der Kirchengemeinde binden werden, dass für die eigentliche Arbeit in der Gemeinde kein Geld mehr zur Verfügung steht.

Da das massivste Problem im „Überhang“ an Gebäuden und Grundstücken liegt, wird hier eine Veränderung erfolgen müssen.

 

Erste Schritte ist das Presbyterium gegangen, indem beschlossen wurde, das Gemeindezentrum in Welschen Ennest zu schließen.

 

Auch wenn das Presbyterium das Gremium ist, das die Beschlüsse treffen muss, braucht es die gesamte Gemeinde für die in Zukunft sicherlich schwierigen Entscheidungen.